Ehrlich gesagt: Ich bin seit 15 Jahren Excel-Nutzer. Ich habe Modelle gebaut, die einem den Kopf verdrehen. Ich kenne VBA. Ich habe eigene Ribbon-Tabs. Ich träume in Pivot-Tabellen.
Und letzten Monat habe ich endlich zugegeben: Excel ist nicht das beste Tool für Datenvisualisierung.
So ist es passiert.
Der Wendepunkt
Ich bereitete unser Quartals-Board-Deck vor. Dasselbe Deck wie über 60 Mal zuvor. Derselbe Ablauf: Export, Bereinigung in Excel (45 Min.), Pivot-Tabellen (30 Min.), Charts (60 Min.), Formatierung (90 Min.), Kopieren nach PowerPoint (20 Min.), Nachbessern weil Copy/Paste etwas kaputt gemacht hat (30 Min.). Vier einhalb Stunden. Jedes Quartal. Für Charts, die … okay aussahen.
Dann zeigte mir eine Kollegin, was sie in 20 Minuten mit ChartGen gebaut hatte. Dieselben Daten. Bessere Charts. Einheitliches Styling. Präsentationsbereit.
Ich fühlte zwei Dinge: defensiv („Excel kann das auch!“) und neugierig („… aber so schnell?“).
Was mir an Excel-Charts gefällt
Fair zu Excel: Nach 15 Jahren tut es Folgendes gut: Flexibilität, Integration mit den Daten, jeder kennt es, offline/lokal. Was mich schließlich frustrierte: Standard-Styling, Konsistenz über 50 Folien, begrenzte Chart-Typen, mobil/Web, Kollaboration („Welche Version ist aktuell?“).
Das Experiment
Einen Monat habe ich Alternativen für meine üblichen Visualisierungsaufgaben getestet: Tableau, Power BI, Google Sheets, ChartGen, Datawrapper. Fazit: ChartGen war in 80 % meiner Fälle überraschend effektiv. Für Board-Decks: ChartGen für Standard-Charts, Excel für komplexe Finanzmodelle. Für Exploration: weiter Excel. Für Web/Sharing: Datawrapper oder Export aus ChartGen.
Der Produktivitätsgewinn
Nach einem Monat: Vorher ~8 Std./Woche für Visualisierung, nachher ~3 Std. für dieselben Aufgaben. 5 Std./Woche, rund 250 Std./Jahr. Die Qualität stieg ebenfalls.
Was mir an Excel fehlt
Direkte Datenanbindung, Pixelkontrolle, Offline-Sicherheit, universelle Kompatibilität.
Tipps für Excel-Nutzer beim Wechsel
Mit einem Anwendungsfall starten. Excel für Analyse behalten. Den Mental-Shift lernen (z. B. ChartGen: in Worten beschreiben statt Menüs). Zeit messen. „Gut genug“ akzeptieren. Das Ziel war nie, gut in Excel zu sein, sondern Erkenntnisse wirksam zu vermitteln. Die Erkenntnisse zählen mehr als das Tool.


